Brustbiopsie in der Krebsdiagnostik

Wie wird eine Brustkrebsdiagnose gestellt?
Eine Brustkrebsdiagnose erfolgt in drei Schritten: Untersuchung, bildgebende Diagnostik und Gewebeentnahme, wobei der letzte Schritt entscheidend ist.

  • Am Anfang steht eine Untersuchung, bei welcher der Arzt die Brust rein physisch betrachtet und betastet (sog. klinische Untersuchung)

  • Im zweiten Schritt erfolgt eine Bilddiagnostik mit Mammografie, Computertomografie oder sonstigen Röntgenverfahren wie z.B. Magnetresonanztomografie (MRT)

  • Der dritte und entscheidende Schritt zu einer korrekten Diagnose ist eine Biopsie oder Gewebeentnahme1,2

Genügen nicht Mammografie und Ultraschall für die Diagnose?
Nein, der Arzt kann allein per Tastbefund nicht entscheiden, ob die Veränderung gutartig oder bösartig ist. Mammografie und Ultraschall sind gute Methoden, genügen aber nicht immer für eine sichere Antwort. Um einen Brustkrebs sicher diagnostizieren zu können, ist eine Analyse von Zellen und/oder Gewebe aus der verdächtigen Veränderung erforderlich. Deshalb müssen alle Veränderungen mit Zell- oder Gewebeproben untersucht werden.3

Was ist eine Brustbiopsie?
Biopsie bedeutet Gewebeprobe.4 Eine Brustbiopsie ist eine Gewebeprobe aus der Brust.5

Warum sind Biopsien nötig?
Das einzige definitive Verfahren zur Brustkrebsdiagnostik ist eine Biopsie der Brust.2 

Neben einer zuverlässigen Diagnose ermöglicht die Biopsie:

  • Identifikation des jeweiligen Krebstyps

  • Ermittlung von Umfang und Größe des Tumors

  • Maßgeschneiderte und individuelle Behandlung für jede PatientinBeobachtung der Behandlung und bei Bedarf Therapiewechsel

Wie wird eine Brustbiopsie durchgeführt? 
Früher wurden Biopsien chirurgisch durchgeführt, d.h. mit einer Operation. Heute erfolgen Biopsien in den allermeisten Fällen mit einer Nadel oder Kanüle, die durch die Haut in das darunter liegende Gewebe und weiter in die verdächtige Veränderung gestochen wird.6 Gewebeproben mit einer Biopsienadel werden mithilfe eines Visualisierungsverfahrens (z.B. Ultraschall) unterstützt, sodass der Radiologe/Gynäkologe die Nadel im Gewebe sehen und sicherstellen kann, dass die Biopsie an der richtigen Stelle erfolgt.

Wie wird eine Brustbiopsie analysiert?
Anschließend analysiert ein Pathologe die Gewebeprobe (Struktur oder Zellen des Gewebes) unter dem Mikroskop. Die mikroskopische Gewebeanalyse durch den Pathologen spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose von Krebserkrankungen.3

Wer führt bei Brustkrebsverdacht eine Nadelbiopsie durch?
In  Deutschland werden Brustbiopsien von Radiologen oder Gynäkologen in Screening-Zentren oder zertifizierten Brustzentren durchgeführt.

Was ist der Wächterlymphknoten?
Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten, der die Lymphe aus einem Bereich mit Tumorbefall drainiert, z.B. bei Brustkrebs.7 Auf Englisch heißt der Wächterlymphknoten Sentinel lymph node.

Warum werden bei Brustkrebspatientinnen Biopsien in der Achselhöhle durchgeführt?
In den Lymphknoten der Achselhöhle wird die Lymphe aus einem Tumorbereich drainiert. Brustkrebs breitet sich meist bis in den ersten Lymphknoten in der Achselhöhle aus.8 Dieser wird als Wächterlymphknoten bezeichnet (auf Englisch Sentinel lymph node). Die Identifikation des Wächterlymphknotens ist daher ein wichtiger Teil der Behandlung von Brustkrebserkrankungen.9 

Wenn der Arzt entdeckt, dass einer der Lymphknoten in der Achselhöhle im Ultraschallbild verdächtig aussieht, wird direkt bei dieser Gelegenheit mit einer Nadel eine Gewebe- oder Zellprobe entnommen.10So sollen in einem frühen Stadium, noch vor einer Operation, Informationen über die Ausbreitung der Krebserkrankung und damit die Prognose erhoben werden, um die Behandlung optimal planen und durchführen zu können.11 Auch diese Proben werden von einem Brustradiologen oder Gynäkologen entnommen und im Prinzip ebenso wie die Proben aus der Brust analysiert. 

Was ist eine Sentinel node biopsy (Wächterlymphknotenbiopsie)?
Früher wurden bei der operativen Entfernung eines Brusttumors standardmäßig alle Lymphknoten aus der Achselhöhle mit entfernt. Ziel war es, so auch die Ausbreitung der Krebserkrankung und somit die Prognose zu ermitteln, um so auch eine bessere Behandlungsplanung zu ermöglichen. Dieses Verfahren hat für die Patientin jedoch viele Nachteile, z.B. Schwellungen, Schmerzen, reduzierte Beweglichkeit in der Schulter und Gefühlsverlust.9

Dieses Operationsverfahren wurde mittlerweile durch chirurgische Biopsien aus dem Wächterlymphknoten ersetzt (Sentinel node biopsy), einen begrenzteren Eingriff, der nur diagnostischen Zwecken dient.12 Bei diesem Verfahren wird der erste Lymphknoten, der den Brusttumor drainiert, der sog. Wächterlymphknoten, während der Operation identifiziert und analysiert. Nur wenn der Lymphknoten Krebszellen enthält, werden weitere Lymphknoten entfernt.12 Wenn der Brustkrebs nicht in die Lymphknoten der Achselhöhle gestreut hat, kann die Wächterlymphknotenbiopsie den Patientinnen unnötige Beschwerden nach der Operation ersparen.13

Diagnoseschritte

  1. Untersuchung 

  2. Bildgebende Diagnostik 

  3. Gewebeentnahme




   

Eine Brustbiopsie ist eine Gewebeprobe aus der Brust.

Eine Wächterlymphknotenbiopsie kann Patientinnen unnötige Beschwerden nach der Operation ersparen.


Eine Brustbiopsie ist eine Gewebeprobe aus der Brust.

Eine Wächterlymphknotenbiopsie kann Patientinnen unnötige Beschwerden nach der Operation ersparen.